ADHS und Medikamente

Viele Eltern haben Bedenken, für ihre Kinder Medikamente für ADHS verschreiben zu lassen.

Bei einer vorliegenden ADHS ist grundsätzlich eine Therapie sinnvoll, jedoch gibt es Fälle, in denen das nicht ausreicht. Wenn z.B. das Kind sehr unter den Symptomen der ADHS leidet, das Familienleben massiv beeinträchtigt ist, oder das Kind ohne Medikamente und trotz einer Therapie sein Leistungspotential nicht ausschöpfen kann, sollte man in Erwägung ziehen, einen Behandlungsversuch mit Medikamenten zu unternehmen.

Allerdings gibt es eine neue Verordnung für die medikamentöse Behandlung von ADHS, nach der Medikamente erst nach Beginn einer Therapie gegeben werden dürfen.

Neue Verordnung für die medikamentöse Behandlung von ADHS

ADHS ist eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten im Kindesalter und ihre Hauptmerkmale sind die Beeinträchtigung der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, eine Störung der Impulskontrolle sowie unter Umständen extreme motorische Unruhe oder Hyperaktivität. Die vielfältigen Merkmale der ADHS sind bei jedem Betroffenen mit individuellen Schwerpunkten ausgeprägt.

Am 16.09.2010 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen, dass es künftig unzulässig ist, Kinder mit ADHS sofort medikamentös zu behandeln. Die geänderte Arzneimittel-Richtlinie schreibt jetzt vor, dass

  • eine Behandlung von ADHS zunächst ohne Medikamente beginnen muss,
  • Methylphenidat erst dann eingesetzt werden darf, wenn die nicht-medikamentöse Behandlung keinen Erfolg zeigt,
  • Methylphenidat auch dann nur innerhalb einer therapeutischen multimodalen Gesamtstrategie verwendet werden darf, die neben pharmakologischen Maßnahmen insbesondere auch psychologische, pädagogische und soziale Therapiekonzepte nutzt.

Wir von der Pädagogisch Therapeutischen Einrichtung (PTE) haben langjährige Erfahrungen mit der therapeutischen Begleitung und Förderung von ADHS-Kindern und deren Familien. Unser Therapie-Konzept orientiert sich an den neuesten Erkenntnissen der wissenschaftlichen Forschung und bezieht immer auch das Alltagserleben des Kindes, des Jugendlichen und seiner Eltern mit ein.